Spannende Reportagen und Tipps aus aller Welt sind ihr täglich Brot. Als Chefredakteurin der Rubrik Reise beim ärztlichen journal reise & medizin kommt Gudrun Rentsch jeden Tag in Berührung mit fernen Ländern und fremden Kulturen. Die langjährige Reisejournalistin kennt Geschichten aus aller Welt und ist daher aus gutem Grund unser Travelhead des Monats.

11 Fragen an Travelhead Gudrun Rentsch

Reisen bedeutet für mich: Freiheit, Horizonterweiterung, Denkanstöße. Wenn ich mich immer wieder auf andere Situationen und Menschen einstellen muss und darf, bleibt mein Geist in Bewegung – und ich jung!

An meinem Beruf liebe ich: Die Vielseitigkeit. Ich bin von Haus aus ein neugieriger Mensch. Dass die Arbeit mit Wissen und Information mein Beruf ist, empfinde ich als Geschenk. Umso schöner, dass ich aus der großen, bunten Reisewelt schöpfen kann. Wobei ich es wichtig finde, in der Berichterstattung nicht nur die strahlenden Bilder sondern auch Schattenseiten ehrlich anzusprechen. Auch mal in die Tiefe zu gehen, um Verständnis für Fremdes und Unbekanntes zu wecken.

Gerade arbeite ich an: Einer Geschichte über Kaplankaya in der Türkei. Eine neue Destination, die mit dem Land eigentlich wenig zu tun hat – was man so und so sehen kann, unter den derzeitigen politischen Umständen.

Bei meinen eigenen Reisen ist mir wichtig: Besondere Erlebnisse und Bilder mit dem Herzen wahrzunehmen und sie im Kopf zu behalten. Nicht nur mit dem Handy draufhalten und husch, husch weiter. Und ich genieße es, mich treiben zu lassen – oft mache ich da die tollsten Entdeckungen.

Das steht auf Deiner Bucketlist ganz oben: Kambodscha und Laos – das erstere liebe ich und das zweite kenne ich noch nicht. Und wieder mal New York, da war ich ewig nicht.

Das außergewöhnlichste Erlebnis, das ich auf Reisen je hatte: Die Bombenexplosion in einem Supermarkt auf Korsika, als wir nebenan am Strand übernachteten (das war dort Anfang der 1980er Jahre nicht so ungewöhnlich)? Die große pelzige Spinne in meinem Schuh in Südafrika? Schreckmomente bleiben offenbar.

Im positiven Sinne: Die Kraft von Farben in der Natur. Für mich kann das wie ein Rausch sein, sei es das Blau-Blau-Blau bei der Ankunft auf der Karibikinsel Anguilla oder die Gold-Rosa-Creme-Melange in der Wüste Sinai.

Die ungewöhnlichste Speise, die ich je auf Reisen probiert habe: Uii, da bin ich nicht so experimentierfreudig, mehr als frittierter Alligator auf einer Farm in Florida und irgendwann mal ein Stückchen gegrillte Schlange war da nicht.

Mein liebstes Reiseziel: Südafrika und Südfrankreich. Tolle Natur, super Kunst, geniales Essen, prima Weine. Als Stadt London.

Luxus- oder Abenteuerurlaub? Idealerweise das Abenteuer in der Luxusversion. Ansonsten wie’s kommt.

Auf Reisen habe ich immer dabei: 2 Pareos – die dienen als Kleidung, Decke, Bettzeug, Verbandsmaterial und vieles mehr. Und mittlerweile immer eine Powerbank, weil ich halt doch auch viel mit dem Handy fotografiere.

Mein Heilmittel gegen Fernweh im Alltag ist: Essen gehen. Eine geniale Pasta in einer Trattoria, frischer Fisch beim Franzosen, ein würziges Curry beim Vietnamesen – schon habe ich das Land auf der Zunge und gute Laune.

Ein Blick in die Glaskugel. Wie werden wir in Zukunft reisen?
Erst einmal bewusster, in Bezug auf den Umgang mit Ressourcen. Damit meine ich die Natur und Umwelt genauso wie Menschen, die „besucht“ werden. Langfristig befürchte ich, dass das Reisen und individuelle Mobilität in Zukunft wieder elitär werden könnten. Authentische Erlebnisse werden zum Luxus. Virtuelle Angebote werden zu den Reisen für die kleinen Leute. Meine Wunschfantasie allerdings wäre tatsächlich das Beamen, schnell und unkompliziert die Welten wechseln zu können.

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